Was sich hinter der Chartanalyse verbirgt

17. Jan, 2012 von Finanzinfos

Mit einer Chartanalyse lassen sich Trends absehen und Renditen erzielenImmer wieder taucht im Zusammenhang mit der Börse die Frage auf: Was ist “Chartanalyse”? Und was ist mit dem Ausdruck “Technische Analyse“? Und wo ist an dieser Stelle der Unterschied? Auch wenn die beiden Ausdrücke gleichartig klingen, muss man hier differenzieren. In diesem Beitrag wird auf die Definition der Chartanalyse eingegangen. Im Wesentlichen beschreiben die Ausdrücke Chartanalyse und technische Analyse eine ähnliche Angelegenheit. Trotzdem ist die Chartanalyse als Bereich der technischen Analyse zu verstehen. Die technische Analyse ist also als “Oberbegriff” zu verstehen, da diese auch Methoden der Marktanalyse wie beispielsweise Indikatoren miteinbezieht.

Was bezweckt die Chartanalyse?

Grundsätzlich versucht die Chartanalysegenau wie zahlreiche andere Analysemethoden, Wertpapierkurse zumindest im Groben zu prognostizieren, sodass der Marktakteur einen Vorteil hat. Der wichtigste Unterschied zur sogenannten Fundamentalanalyse ist hingegen, dass betriebs- oder volkswirtschaftliche Kennzahlen, Branchenanalysen oder Vergleichbares bei der Chartanalyse in Gänze unberücksichtigt bleiben. Bei der Chartanalyse wird davon ausgegangen, dass sämtliche Informationen im Kurs bereits “eingepreist” sind.

Die Chartanalyse vereinigt einige Techniken , zu denen wir sogleich kommen. Die wichtigste Annahme in der Chartanalyse lautet wie folgt: “Die Menschen wiederholen ihr Handeln immer wieder.” Diese Vermutung beruht auf der langjährigen Untersuchung von Kursnotationen und jahrzehntelangen Praxis von Börsenbooms- und Crashs.

Somit ist der Untersuchungsgegenstand der Chartanalyse immer die Vergangenheit. Man versucht also, die angehende Kursentwicklung – z. B. von Aktienkursen, aber auch Anleihen oder Indizes wie der DAX oder DowJones Ind. Average – anhand historischer Kursentwicklungen vorherzusagen – bzw. genauer formuliert: die wahrscheinlicheren Kursverläufe vorzeitig zu verstehen, sodass man rein mathematisch gesehen einen kleinen Vorteil hat.

Die Chartanalyse und der Irrglaube

Häufig hört man über die Chartanalyse die Unterstellung, dass sie eine interessante, aber schwachsinnige Erfindung wäre und die Analysen nicht immer zuverlässig funktionieren würden. Genau hier liegt aber ein verbreiteter Irrtum vor: denn es ist ausdrücklich nicht das Ziel der Chartanalyse, hundertprozentig zutreffende Prognosen zu machen – das ist schließlich auch nicht möglich. Es geht vielmehr um das “ausbalancieren von Wahrscheinlichkeiten”, die man anhand der Chartanalyse an bestimmen Kurslevel findet.

Charles H. Dow: Börsenkurse verlaufen in Trends!

Das Grundkonzept der Chartanalyse ist die sogenannte Dow-Theorie von Charles Dow, die aussagt, dass Börsennotierungen in Trends verlaufen, also bestimmte Richtungsentwicklungen aufweisen. Diesen Fakt hat er bereits Anfang 1900 entdeckt. Noch heute besteht dieser und sprach sich herum in einem bekannten Börsenspruch: “The Trend is Your Friend”.

Mithilfe dieser Trenddefinition können Kauf- und Verkaufssignale abgeleitet werden. Es gibt jedoch zahlreiche andere Techniken, die in die Analyse miteinfließen . Diesfalls spricht man allerdings exakt ausgedrückt von der “Marktanalyse” oder “Charttechnik”. Weitere Hilfsmittel sind in diesen Themengebieten z. B. die weit verbreiteten Kursverlaufsmuster, Oszillatoren oder Indikatoren. In einem weiteren Artikel wird hierauf genauer eingangen.

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